Das ist Kunst, das darf bleiben

Der „Parthenon of Books“, wummernde Sound-Duschen, seltsam verkrümmte Körper am Boden (Live-Performances), monströse Video-Projektionen und „Ökosexuelle Outdoor-Erkundungen.“ Wer auf die documenta 14 nach Kassel kommt, kann was erleben. Die versprochene Reflexion über die gesellschaftliche Produktion von Werten scheint gelungen; der ambitionierte Spannungsbogen Athen-Kassel, er funktioniert. Was bliebt von dieser documenta in Zeiten der Krise? Viel Nachdenkliches, Dramatisches, Analytisches – Gestalt geworden in in zahlreichen Reminiszenzen und Querbezügen. Aber auch Herzerfrischendes wie etwa die zärtlich hingehauchten Flüsterstimmen, die den Besucher auf Schritt und Tritt verfolgen und immer dort auftauchen, wo man sie gar nicht erwartet. Auf der Toilette zum Beispiel. Die documenta 14 läuft noch bis 17.September 2017 in Kassel und ist einen Besuch wert.

Philipp Reisberg